Start-up-Visum: Mehr Vielfalt in der österreichischen Gründer-Szene

Mehr Vielfalt in der österreichischen Start-up-Szene durch das neue Start-up-Visum!

Die Bundesregierung treibt ihren Plan den Standort Österreich zum Mittelpunkt der Start-up-Szene zu machen weiter voran. Mit 1. Juli 2017 tritt eine Gesetzesnovelle in Kraft, die es Start-up-Gründerinnen und Gründern aus nicht EU-Staaten ermöglicht, durch Erhalt der bisweilen auf Spitzenkräfte zugeschnittenen Rot-Weiß-Rot-Karte einen Aufenthaltstitel sowie eine Arbeitserlaubnis für Österreich zu erlangen. Dadurch soll die heimische Start-up-Szene um kreative ausländische Köpfe verstärkt werden.

Was ist neu?

Momentan ist es für Gründerinnen und Gründer aus Drittstaaten schwer, in Österreich Fuß zu fassen. Aus diesem Grund wird nun das bestehende Reglement der Rot-Weiß-Rot-Karte, die an sich dazu gedacht ist, Schlüsselkräfte (Wissenschaftler, Mediziner, etc) nach Österreich zu locken und diesen rasch und unkompliziert einen Aufenthaltstitel sowie eine Arbeitserlaubnis zu bieten, um ein eigenes Start-up-Visum ergänzt.

Die Voraussetzungen

Für das Stellen des Antrags müssen jedoch gewisse Voraussetzungen erfüllt werden, um in den Genuss des Start-up-Visums zu kommen. So wird eine Rot-Weiß-Rot-Karte nur Unternehmensgründerinnen und –gründern gewährt, die ihr Start-up vor weniger als fünf Jahren gegründet haben und „innovative Produkte, Dienstleistungen, Verfahren oder Technologien“ entwickeln. Weiters werden finanzielle Mittel von mindestens EUR 50.000 sowie eine Mindest-Eigenkapitalquote von 50 Prozent vorausgesetzt.

Das Start-up-Visum im Detail

Die Rot-Weiß-Rot-Karte für Gründerinnen und Gründer ist fürs Erste auf zwei Jahre befristet. Das Verlängern von Aufenthaltstitel und Arbeitserlaubnis um bis zu drei weitere Jahre ist möglich, wenn das Start-up bereits mindestens zwei zusätzliche dauerhafte Arbeitsplätze geschaffen und einen Jahresumsatz von EUR 200.000 erreicht hat oder sich eine Finanzspritze in Höhe von zumindest EUR 100.000 sichern konnte.

Für Staatssekretär Harald Mahrer liegen die Vorteile der neu aufgestellten Rot-Weiß-Rot-Karte auf der Hand. „Qualifizierte Arbeitskräfte sind ein wesentlicher Standortfaktor und stärken die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs. Der Arbeitsmarktzugang von Schlüssel- und Fachkräften erzeugt keine Verdrängungseffekte, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten sind komplementär zu den in Österreich vorhandenen, sodass ihre Beschäftigung zusätzliche Arbeitsplätze und Wachstumsimpulse schaffen kann. Qualifizierte Arbeitskräfte tragen zu einem höheren Beschäftigungsniveau mit entsprechend höheren Sozialversicherungsbeiträgen und Steuereinnahmen bei“ begründet Mahrer die Gesetzesnovelle.

Fazit

Es ist fraglich, in wie weit die nun auch für Gründerinnen und Gründer zur Verfügung stehende Rot-Weiß-Rot-Karte tatsächlich dazu geeignet ist, verstärkt kluge und kreative Köpfe aus Drittstaaten nach Österreich zu locken. Jedenfalls ist die anstehende Gesetzesnovelle ein starkes Signal in Richtung Start-up-Szene, dass die Regierung tatsächlich darum bemüht ist, ein ideales Umfeld und optimale Voraussetzungen für Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer zu schaffen und diesen das Leben zu erleichtern.

 

Bei Fragen betreffend die Rot-Weiß-Rot-Karte steht das BTP Nährboden Team unter der Leitung von Partner Roman Rericha jederzeit gerne zur Verfügung.

Autorinnen: Tanja Schmid & Katja Rehberger

 

By | 2017-06-01T11:09:40+00:00 10. April 2017|Tags: , , , , , , |