Rückenwind für Investitionen in Start-ups: Die Risikokapitalprämie

Mit der Risikokapitalprämie wird eines der wesentlichsten Versprechen der Bundesregierung zur Förderung von Start-ups umgesetzt. Seit dem 1.1.2017 können bis zu 20 % einer Investition in ein innovatives Start-up, maximal jedoch EUR 50.000,–, vom Staat rückerstattet werden. Die Richtlinie, welche die genaue Ausgestaltung regeln soll, wird vom Bund in Kürze erlassen werden, ein Antrag auf Gewährung der Risikokapitalprämie ist jedoch bereits möglich. Dieser kann mit Hilfe des aws Fördermanagers direkt bei der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) gestellt werden.

Wer erhält die Risikokapitalprämie?

Als Förderungswerber kommen natürliche und juristische Personen, mit (Wohn)sitz bzw Betriebsstätte innerhalb der Europäischen Union, die sich an einem innovativen Start-up beteiligen, in Frage.

Was ist ein innovatives Start-up?

Als Start-up gelten Unternehmen, die noch gar nicht oder weniger als sieben Jahre auf dem Markt tätig sind und weniger als 50 Mitarbeiter haben. Außerdem muss das Start-up in der Rechtsform einer GmbH oder AG geführt werden und seinen Sitz bzw seine Betriebsstätte in Österreich haben.

Weitere Erfordernisse für das Gewähren einer Risikokapitalprämie sind ein starkes Wachstum sowie das Verfolgen eines innovativen Geschäftsmodells, deren Vorliegen von der aws mittels Fragenkatalog beurteilt wird. Wer in den vergangenen zwei Jahren vor Antragstellung bestimmte Förderungen der aws bekommen hat, gilt allein dadurch als innovativ und wachstumsstark. Die genauen Bedingungen, unter jenen diese Kriterien auch als erfüllt gelten, sind der aws Start-up Definintion zu entnehmen.

Welche Beteiligungen sind förderungsfähig?

Förderfähig sind Beteiligungen in Form von „klassischem“ Eigenkapital. Darüber hinaus werden auch Investitionen in Form von eigenkapitalähnlichen Mitteln (etwa stille Beteiligungen oder Nachrangdarlehen) gefördert, wenn

• die Mittel dem Start-up zumindest für die Dauer von drei Jahren unkündbar zur Verfügung stehen,
• die Mittel nachrangig sind (also im Insolvenzfall erst nach den nicht-nachrangigen Gläubigern befriedigt werden) und
• die Mittel gewinnabhängig verzinst werden.

Nicht förderbar sind etwa Investitionen von Geschäftsführern oder Mehrheitsgesellschaftern des Start-ups selbst sowie deren nahen Angehörigen oder Investitionen, bei denen mehr als 49,9 % des Kapitals erworben werden.

Das Antragsverfahren: Die Bedingungen

Zu beachten ist, dass das Antragsverfahren zweistufig ausgestaltet ist. Neben dem Förderungswerber hat auch das Start-up einen Antrag auf Ausstellung einer „aws Start-up Qualifikation“ zu stellen, welche Voraussetzung für die Gewährung einer „aws Risikokapitalprämie“ an den Investor ist.

Wurde die Qualifikation ausgestellt, ist diese für sechs Monate gültig und kann vom Start-up auch für die Vorlage bei anderen Investoren genutzt werden. Der Antrag des innovativen Start-ups kann somit zeitlich unabhängig von jenem des Förderungswerbers erfolgen.

Wichtiger Hinweis!

Für den Zeitpunkt der Antragstellung durch den Förderungswerber (also Investor) selbst ist jedoch besondere Vorsicht geboten: In den Genuss der Förderung kommen nämlich nur Investoren, die den Antrag vor Closing des Investments stellen, also vor Unterfertigung des Beteiligungsvertrags und Auszahlung der Beteiligungsmittel an das Start-up.

 

Rückforderung der Risikokapitalprämie

Wird das Start-up vor Ablauf der Mindesthaltedauer von einem Jahr verkauft oder die Investition dem Start-up entzogen, wird auch die Risikokapitalprämie zurückgefordert. Keine Rückforderung erfolgt jedoch, wenn das Start-up vor Ablauf der Mindesthaltedauer insolvent wird.

Weitere Informationen rund um die aws Risikokapitalprämie sind auf der Wesite der aws einsehbar.

Bei Fragen in Zusammenhang mit der Risikokapitalprämie steht das BTP Nährboden Team unter der Leitung von Partner Roman Rericha jederzeit gerne zur Verfügung.

Autoren: Simon Drobnik, Katja Rehberger