Wieviel und welche Steuern anfallen, wenn man Geschäftsführer und Gründer des Unternehmens ist, hängt im Wesentlichen vom Umfang der Beteiligung ab. Dieser Wert entscheidet darüber, ob ein Dienstverhältnis iSd ASVG vorliegt und ob Lohnsteuer einbehalten und abgeführt werden muss.

Bei gründergeführten Start-ups sind Gesellschafter auch Geschäftsführer ihres Unternehmens. Oft wird in diesem Zusammenhang – um die steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Abgaben möglichst gering zu halten – eine selbstständige Tätigkeit der Gründer für die Gesellschaft angestrebt. Die rechtliche Einordnung dieses Arbeitsverhältnisses ist dabei entscheidend für (i) die steuerliche Behandlung der Bezüge des Geschäftsführers sowie (ii) die Höhe der zu entrichtenden Sozialversicherungsbeiträge. Ein in diesem Zusammenhang wesentliches Abgrenzungskriterium ist die Höhe der tatsächlichen Beteiligung des Gründers an der Gesellschaft, welche er als Geschäftsführer leiten wird.

  1. Beteiligung von über 50 %

Ist der Geschäftsführer mit über 50 % an der Gesellschaft beteiligt, so erzielt er Einkünfte aus selbständiger Arbeit und unterliegt mit seinem Geschäftsführerentgelt der Einkommenssteuer. Das Einkommen ist diesfalls vom Geschäftsführer selbst zu versteuern; die Gesellschaft hat somit keine Lohnsteuer einzubehalten und abzuführen. In diesem Zusammenhang gelangt ein Grundfreibetrag für den Geschäftsführer zur Anwendung; dieser beträgt 13 % seines Gewinns aus betrieblichen Einkünften (bis zu einem Gewinn von EUR 30.000,–). Sozialversicherungsrechtlich besteht bei einer Beteiligung des Geschäftsführers von über 50 % kein Dienstverhältnis iSd ASVG, sodass der Geschäftsführer zwingend dem gewerblichen Sozialversicherungsrecht unterliegt.

  1. Beteiligung von weniger als 50 %, jedoch mehr als 25 %

Die Geschäftsführerbezüge sind – genauso wie bei einer Beteiligung von über 50% – bereits bei einer Beteiligung von über 25% als Einkünfte aus selbständiger Arbeit anzusehen– siehe Punkt 1.

Für die Beurteilung der sozialversicherungsrechtlichen Einordnung ist ausschlaggebend, ob es sich beim Geschäftsführer um einen Dienstnehmer iSd ASVG handelt. Dienstnehmer sind Personen, die in einem Verhältnis persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit gegen Entgelt beschäftigt werden. Ob es sich um ein Dienstverhältnis handelt, wird maßgeblich davon bestimmt, ob eine Weisungsgebundenheit des Geschäftsführers vorliegt. Weitere Indizien sind (i) vorgeschriebene Arbeitszeiten oder -orte, (ii) starke Einbindung des Geschäftsführers in die unternehmerische Struktur der Gesellschaft zu Lasten seiner Unabhängigkeit sowie (iii) das Zurverfügungstellen sämtlicher Arbeitsmittel durch die Gesellschaft.

  1. Beteiligung von weniger als 25 %

Geschäftsführer, deren Beteiligung weniger als 25 % beträgt, erzielen – genauso wie Fremdgeschäftsführer – Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit. In diesem Zusammenhang ist von der Gesellschaft wie bei anderen Arbeitnehmern Lohnsteuer einzubehalten und abzuführen. Sozialversicherungsrechtlich sind Bezieher von Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit als „echte Dienstnehmer“ einzustufen und unterliegen somit dem ASVG.

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