Das Finanzierungspotenzial von Crowdfunding-initiativen muss nach den Erfolgsmeldungen der letzten Jahre nicht weiter bewiesen werden. Den Kauf der ursprünglich auf der Crowdfunding Plattform „Kickstarter“ finanzierten Virtual Reality Brille Oculus Rift ließ Facebook sich 2012 zwei Milliarden Dollar kosten und dem ebenfalls crowdfinanziertem Exoskeleton Unternehmen ReWalk Robotics gelang 2014 der 36 Millionen Dollar IPO an der NASDAQ. Neben der Handvoll von strahlenden Superlativen gibt es noch eine Vielzahl kleinerer Projekte, die sich durch die einfache Finanzbeteiligung der Online- Investoren verwirklichen ließen.

Schenkung vs. Hoffnungskaufvertrag
Hinter der Euphorie verbergen sich aber häufig einige haftungsbefangene rechtliche Unklarheiten, die meist erst nach Fehlschlagen des Projekts sichtbar werden. Diese beginnen schon bei der Einstufung des zugrundeliegenden Rechtsverhältnisses, die aufgrund der Vielzahl an denkbaren Ausgestaltungsmöglichkeiten nicht immer eindeutig ist. So handelt es sich bei den Zuwendungen der Crowd um reine Spenden, also Schenkungen, wenn keine Gegenleistung vereinbart wird; jedoch regelmäßig um Kauf- oder Hoffnungskaufverträge, wenn die Lieferung eines Produkts in Aussicht gestellt wird, wobei bei unverhältnismäßig hohen „Preisen“ wiederum von gemischten Schenkungen auszugehen ist. Wird die Zurückzahlung der Zuwendung vereinbart, liegt je nach konkreter Ausgestaltung zumeist ein qualifiziertes Nachrangdarlehen oder seltener ein echter Kredit vor, während versprochene Gewinnbeteiligungen oft als Genussrechte einzustufen sind.

Mögliche Rechtsfolgen
Dieser Vielfalt an Rechtsgrundlagen folgt konsequenterweise eine Palette unterschiedlicher Rechtsfolgen, von simplen (uU aber teuren) Erfüllungs- und Gewährleistungsansprüchen über verwaltungsstrafrechtlich sanktionierte Aufklärungs-, Informations- und Publizitätspflichten sowie einer denkbaren Bankenkonzessionspflicht bis hin zu möglichen strafrechtlichen Betrugsvorwürfen. Einige wenige aufsehenerregende Fälle missglückter Projekte der jüngeren Vergangenheit zeigen, dass es dabei auch nicht bei juristischer Theorie bleibt.

Absicherung im Vorfeld empfohlen
Dabei sind die Ängste vor Crowdfunding meist nur der mangelnden rechtlichen Vorbereitung geschuldet. Trotz komplexer Ausgestaltungsmöglichkeiten des Crowdfundings finden sich mit kompetenter Beratung fast immer simple Lösungen für das konkret geplante Projekt. Eine kurze Prüfung des geplanten Unterfangens bereits vorab räumt dabei mit Missverständnissen auf und zeigt den sicheren Weg zur erfolgreichen Crowdfinanzierung.

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